Gänsehautfabrik Tecklenburg: Rebecca bei den Freilichtspielen 2017

Beitragsbild: Andre Havergo

Kitsch. Das ist eigentlich ein Song aus dem Erfolgsmusical Elisabeth, das die österreichische Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, uns allen bekannt als Sissi, in den Mittelpunkt stellt und zugleich einer der Lieblingssongs des Autors dieses Textes, weshalb dieser ihn zur Einleitung als erstes Wort benutzt. Denn Kitsch erwartet man auch, wenn man sich Karten für Michael Kunzes und Sylvester Levays gleichnamige Musicaladaption des Romans Rebecca von Daphne du Maurier bestellt und an die Handlung denkt. In Vorbereitung auf das vergangene Wochenende, das uns in diesem Jahr erneut ins Münsterland zu den Freilichtspielen Tecklenburg zog und zu dem wir uns, neben herrlichen Restaurants, einer immer wieder überraschend idyllischen Umgebung und den wohl offenherzigsten Menschen des Bundeslandes, die beiden Musicals Shrek und Rebecca ansahen, quälten wir uns durch den über 400-seitigen, 1938 erschienenen Roman. Wir wagen einen Versuch, die Handlung so kurz und übersichtlich wie möglich darzustellen (Achtung, ausnahms- und notwentigerweise: Spoiler! Wer Angst hat, liest im nächsten Absatz weiter!) und erklären dann, warum unsere Sorge vorm großen Kitsch vollkommen unbegründet war.

Die Erzählerin, deren Name nie genannt wird, die auf Besetzungslisten schlechthin immer als „Ich“ erscheint, eine junge Gesellschafterin der schnattermauligen reichen Amerikanerin Mrs. Van Hopper, lernt in Monte Carlo den reichen und gutaussehenden Witwer Maxim de Winter kennen, der ihr prompt einen Heiratsantrag macht, den sie auch annimmt. Nach Hochzeit und Flitterwochen zieht es die beiden auf Maxims Landsitz Manderley, wo die Erzählerin nun auch als Hausherrin einzieht. Schnell wächst in ihr die Neugierde über ihre Vorgängerin, Rebecca de Winter, die bei einem Segelunfall ums Leben gekommen zu sein schien. Die Erzählerin fühlt sich auf Manderley, wo sie alles an Rebecca erinnert, zunehmend unwohl, was auch durch die kratzbürstige und hoch zugeknöpfte Haushälterin Mrs. Danvers verstärkt wird, die die verstorbene Rebecca bereits zu Lebzeiten als ihre engste Vertraute betrachtete und sie nun, nach ihrem Tod, nahezu gottgleich verehrt und die neue Frau ihres Hausherren als Bedrohung für die alte, von ihr immer noch streng aufrecht erhaltene Ordnung ansieht. Zu einem auf Manderley stattfindenden Maskenball rät Mrs. Danvers der Erzählerin, ein Kostüm einer Vorfahrin ihres Ehemannes zu tragen, deren Porträt in Manderley hängt. Als Maxim sie sieht, stellt sich heraus, dass dies jenes Kostüm war, das Rebecca zu ihrem letzten Maskenball trug. Mrs. Danvers ist es gelungen, die Erzählerin vor der versammelten Ballgesellschaft zu blamieren und Maxim ausgesprochen wütend auf sie zu machen und sie erhöht den Druck auf die Erzählerin weiterhin, lässt sie spüren, dass sie in Manderley nicht willkommen ist und will sie davon überzeugen, im Selbstmord aus dem Fenster zu springen, als plötzlich Leuchtraketen aus der nahegelegenen Bucht aufsteigen, wo ein Schiff gekentert ist, was der Protagonistin vermutlich das Leben rettet. Bei der Untersuchung des Lecks des Schiffes entdeckt ein Taucher ein weiteres gesunkenes Schiff und darin eine Leiche, die nun erst eindeutig als die Leiche Rebeccas identifiziert wird. Maxim de Winter gerät unter Mordverdacht und muss sich in einem Prozess unangenehmen Fragen der Justiz stellen. Er stellt in seiner Verteidigung die These auf, dass Rebecca sich das Leben genommen hat. Was niemand weiß und was er auch nur seiner Ehefrau anvertraut: Er hat Rebecca nie geliebt, sie war wahnsinnig und betrog ihn ständig, in einem Bootshaus an der Küste übernachtete sie häufig mit ihren Liebhabern. Sie schlug Maxim den Deal vor, dass sie mit ihm gemeinsam das glückliche Ehepaar spielt und so Manderley weiterhin in gutem Licht erstrahlen lässt, sie aber in ihrem Liebesleben freie Hand hat und sich ihren Lastern hingeben kann. Als Rebecca Maxim ebenfalls eröffnet, dass sie von einem anderen Mann schwanger ist, das Kind aber offiziell als das seine angesehen werden und auf Manderley aufwachsen kann, erschießt er seine Frau in einem Wutanfall, bringt die Leiche auf das Boot und versenkt es. In der Gerichtsverhandlung stellt sich später heraus, dass Rebecca nicht schwanger war, sie keine Kinder hätte bekommen können und sogar an Krebs litt. Hiermit sieht das Gericht die These ihres Selbstmords bestätigt und glaubt Maxim. Zurück auf dem Weg nach Manderley sehen die beiden, dass das Anwesen in Flammen steht. Mrs. Danvers hat es angesteckt. Sie zieht es vor, alles, sogar ihr eigenes Leben zu zerstören, anstatt es Maxim und seiner neuen Frau zu überlassen…

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Bild: Andre Havergo

Die Lektüre des Romans ist zweifellos anstrengend. Daphne du Maurier lässt ihre Erzählerin viele, für die Handlung und die Charakterentwicklung irrelevante Impressionen beschreiben und macht die Lektüre aus heutiger Sicht sehr einschläfernd, zeichnet damit allerdings sogleich ein interessantes Psychogram einer sehr genau beobachtenden Protagonistin, aus deren Augen wir die Romanhandlung in der ersten Person zu lesen bekommen. Auf eine Leseprobe des angesprochenen Stoffes verzichten wir hier.

Das Musical Rebecca, das im Jahr 2006 in Wien uraufgeführt wurde, geht hier auch einen anderen Weg. Man könnte meinen, es greift die Stärken der Geschichte auf und lässt die Schwächen elegant verschwinden. Erwartet man doch bei der Romanhandlung um überaus wohlhabende, Cabrio fahrende, Teegesellschaften haltende, im Landhaus residierende und in Monte Carlo urlaubende Aristokraten und Neureiche ein schwulstiges Hin und Her des Spitzenfächer-gekühlten Lord-und-Lady-Dramas, fokussiert das Bühnenwerk von Kunze und Levay sich sehr schnell auf den düsteren Part der Geschichte.

Das Kennenlernen und die Hochzeit zwischen der Erzählerin und Maxim de Winter geht sehr schnell, Daphne de Maurier braucht dafür, dank ausführlicher Beschreibung von Orchideen, Azaleen und Rhododendren knapp einhundert Seiten eng geschriebenen Textes. Im Musical liegt der Fokus sehr schnell auf Manderley und dem Schatten, der über dem Landhaus sitzt. Und dieser Ansatz macht einen Musicalabend bei Rebecca zu einem Abend, an den wir noch lange und gerne zurückdenken. Doch was genau macht das Musical, dass es sich so positiv von seiner Vorlage abgrenzt? Ein Versuch der Erklärung: Dynamik!

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Bild: Andre Havergo

Wir geben zu, wir sind sicherlich nicht mit der Erwartung in das Musical gegangen, dass uns nun eine Erzählerin ohne Namen anderthalb Stunden Lieder über Blumen vorsingt, bevor überhaupt etwas passiert. Aber eine gewisse Angst, dass es zu kitschig, zu Downton Abbey – mäßig wird, hatten wir schon. Allerdings: Sorge unberechtigt. Nach verträumten Singsang-Prolog des Ensembles, in dem deutlich gemacht wird, dass die Erzählerin von Manderley geträumt hat, über dem die Schatten der Nacht und der vergangenen Zeit aufwachen. Eileitend mit „Alles fing in Frankreich an, damals im April 1926“ erzählt sie uns nun ihre Geschichte.

Bereits zu Beginn begeistert uns wieder die große Freilichtbühne. Im vergangenen Jahr ging der mittelalterliche Charme der Bühne einher mit dem Setting von Artus-Excalibur, was nun allerdings dieses Jahr nicht ganz passte. So hat man nun auf der Hauptbühne eine eigentlich sehr schlichte Kulisse mit Holzvertäfelungen, die die Räumlichkeiten von Manderley andeuten, sowie auf der Nebenbühne, die als Drehbühne fungiert, auf der einen Seite einen Aufbau des Bootshauses von Rebecca und auf der anderen Seite ihr Schlafzimmer. Der Rest der Handlungsorte wird durch das schlichte Hinzufügen kleinerer Requisiten oder Kulisse erreicht. Das Haupthaus ist zu Beginn noch mit schwarzen Tüchern bedeckt, die die verbrannte Ruine Manderleys darstellen sollen, denn die Geschichte  des Romans sowie des Musicals wird ja aus der Retroperspektive erzählt und bedient sich damit eines pfiffigen dramaturgischen Mittels, denn auch derjenige, der die Geschichte nicht kennt, weiß nun, dass all das, was nun passieren wird, auf ein dramatisches Ende hinauslaufen wird, und fragt sich die ganze Zeit gespannt, was wohl Schlimmes passieren wird.

Ist im ersten Lied die Rede von Schatten, so ist dies natürlich in erster Linie metaphorisch gemeint, über Manderley liegt eine dunkle Geschichte, es ist finster, düster, melancholisch. Unterstützt wird dieses Bild durch in schwarze Ganzkörperkostüme gekleidete Ensemble-Mitglieder, die nahezu omnipräsent das Bild der Aufführung prägen. Neben imposanten Tanznummern und die Hauptsänger unterstützenden Chorälen, binden sich diese Schattengestalten vollends problemlos in den Fluss der Handlung ein, dienen in etwas stilisierten Szenen sogar als Dekoration, halten eine Tischplatte und verkörpern somit die Beine des Tisches, was sogar sehr ansehnlich wirkt und den Szenenwechsel auf dieser weitläufigen Bühne sehr unterstützend dynamisiert. Ein wirklich kluger Kniff!

Doch auch in anderen Kostümen macht das Ensemble eine sehr gute Figur. Wir können uns an keinen Moment erinnern, in dem uns aufgefallen wäre, dass die Spieler hier nicht präzise wie ein Schweizer Uhrwerk miteinander auf der Bühne agierten. Dies gilt für das Schauspiel, den Gesang und vor allem für die pointierten Choreografien.

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Bild: Andre Havergo

Generell tun wir uns schwer, irgendwo zu meckern, denn irgendwie scheint alles rundum perfekt. Diese Perfektion zieht sich auch durch die Riege der Hauptdarsteller. Die Erzählerin, das „Ich“ wird in Tecklenburg verkörpert von Milica Jovanovic, einer preisgekrönten Musicaldarstellerin, die von ihrer Statur, ihrer Stimme, ihrem Spiel und ihrem Auftreten genau dem Bild entspricht, das uns Daphne de Maurier beim Lesen des Textes in den Kopf setzte. Die Rolle des Maxim de Winter wird erfahrungsgemäß von alten Eisen der deutschen Musicalstars besetzt, so nannten bereits Uwe Kröger oder Thomas Borchert die Rolle ihr Eigen und da verwundert es auch nicht, dass sie in Tecklenburg von Jan Ammann besetzt wird, den wir auch aus Hauptrollen wie dem Grafen von Krolock aus Tanz der Vampire oder Kerchak aus Tarzan kennen. An der Darstellung der beiden Hauptrollen ist nichts auszusetzen, die Töne stimmen, die Harmonie der Rollen schwingt auf den Zuschauer über, man kauft Maxim und seiner Frau ihre Beziehung ab, was auch an der Detailverliebtheit des Spiels liegt. Im Roman schon ist lange nicht klar, ob Maxim seine neue Frau wirklich liebt oder ob er sie nur als Kompensation zu Rebecca geheiratet hat, de Maurier lässt die Erzählerin immer wieder beschreiben, dass Maxim sie nur auf ihr Haar küsst, was sehr distanziert wirkt. Kleine, aber für die Charakterisierung relevante Elemente wie diese, haben die Schauspieler für ihre Rollen übernommen. Ein bisschen zu knapp geraten ist uns das Auftreten Roberta Valentinis, an der wir uns seit ihrem Auftreten in Hape Kerkelings Kein Pardon oder in Elisabeth oder aber im letztjährigen Tecklenburg Abenteuer Artus Excalibur nicht sattsehen können. Sie besetzt bei Rebecca die Rolle der Beatrice, der Schwester Maxim de Winters, wirkt aber durch die Reduktion der Rolle sehr in den Hintergrund geschoben, begeistert aber für die kurze Zeit, in der sie spielt das Publikum mit ihrer Verkörperung eines Charakters, zu dem die Erzählerin schnell einen vertrauten Draht findet und ist mit ihrer herzlichen und freundlichen Art wie gemacht für diese Rolle. Und allzu traurig, dass Valentini nicht so lange zu sehen war, waren wir auch nicht, denn, so viel sei versprochen, im zweiten Musical der diesjährigen Freilichtspiele, Shrek können wir als Prinzessin Fiona einfach nicht genug von ihr bekommen.

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Bild: Andre Havergo

Es liegt bei weitem nicht an einer schlechteren Leistung der anderen, es gibt einfach die Vorlage vor und die Tatsache, dass wir düstere Charaktere so sehr lieben. Und deshalb nun ein zusätzlicher Lobgesang für Pia Douwes. Die aus Elisabeth bekannte Darstellerin kann ohne Zweifel als eine der erfolgreichsten Musicaldarstellerinnen Europas betitelt werden und ist die perfekte Besetzung für Mrs. Danvers. Ihr schwarzes Kleid, die akkurat hochgesteckte Frisur und die dazu von Douwes gelieferte starre Körperhaltung und strenge Mimik kreieren einen Charakter, der das gesamte Stück prägt. Sobald Dowes singt, ist dies Musicalgenuss mit Gänsehautgarantie. Man merkt ihr ihre Erfahrung in der Rolle an, denn bereits von 2011 bis 2013 verkörperte sie Mrs. Danvers in Stuttgart. Und so empfanden wir es auch als nicht störend, dass das Mrs. Danvers prägende Lied „Rebecca“ mehr als ein Reprise bekam, denn dieses Stück ist schlicht und ergreifend der Kern des Musicals und klingt so wundervoll wuchtig und wird von Pia Douwes jedes Mal in Perfektion gesungen. So sind wir auch begeistert von ihrem Talent, die gesamte Freilichtbühne in Tecklenburg alleine zu füllen, schlicht dadurch, dass sie, umgeben von viel Nebel und mächtigem Scheinwerferlicht in der Mitte steht und singt. Douwes merkt man einfach an, dass sie sich ausführlich mit ihrer Rolle beschäftigt hat, sich Fragen gestellt hat, wer Mrs. Danvers ist, was sie wirklich will und ob sie eine Karikatur ist oder nun wirklich so versessen, wir vermuten, Douwes hat sich für letztes entschieden, was sich alleine schon an ihrer Mimik im Spiel ablesen lässt.

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Bild: Andre Havergo

Einige Abweichungen von der Romanvorlage, die Reduktion des uns so übel aufstoßenden Kitschs auf ein Minimum und die Streichung weniger relevanter Charaktere sind uns ebenfalls positiv aufgefallen. Grübeln mussten wir, als Maxim de Winter im Stück davon spricht, er habe Rebecca am Ende im Bootshaus lediglich geschubst, sie sei zu Boden gegangen und habe sich beim Fall tödlich verletzt, es war also ein Unfall in seiner Rage. Daphne de Mauriers Maxim geht da brutaler vor. Er erschießt seine Frau. Er gesteht: „Sie lächelte noch, als ich schoss. Ich zielte auf ihr Herz. Die Kugel ging glatt durch ihren Körper“ und wundert sich sogar etwas später noch, „dass ein Mensch, der erschossen wird, so viel Blut verliert.“ Juristen mögen da die Merkmale diskutieren, aber das klingt auf jeden Fall mehr nach Mord als ein Schubser in Rage. Dieses Merkmal ist ein entscheidendes, der Maxim de Winter ist im Roman ein viel kaltherziger als im Musical, wobei beide hier teilweise als Choleriker beschrieben werden. Der Darstellung des Maxims im Musical tut dies keinen Abbruch, wirkt er im Vergleich zur Romanfigur tatsächlich sympathischer. Die Tötung selber wird im Musical neben der gesanglichen Performance zwischen Maxim und seiner Frau von den Schattenfiguren auf der Nebenbühne nachgespielt. Wir sind uns nicht sicher, es ging sehr schnell, ob wir hier andeutungsweise tatsächlich einen Schuss gesehen haben, weil dies wiederum bedeutete, dass der Musical-Maxim den Schuss nur verschweigt. Wir würden uns über klärende Beobachtungen aufmerksamerer Zuschauer und Blogleser in den Kommentaren sehr freuen.

Etwas irritiert hat uns die Darstellung des Ben. Hierbei handelt es sich um einen geistig behinderten, aber vollkommen harmlosen und freundlichen Mann, der sich in der Gegend um Manderley aufhält und den die Erzählerin am Strand beim Muschelsammeln trifft. Ben wird zur Schlüsselfigur, weil er der Erzählerin als einer der ersten Charaktere in leichten Rätseln sprechend deutlich macht, dass Rebecca gar nicht eine solche Glanzfigur war. Er macht deutlich, dass er Angst hat, von Rebecca ins Asyl geschickt zu werden, wiederholt immer wieder, er habe nichts gemacht und sei brav, die Erzählerin hat Mühe, ihn zu Beruhigen und ihm darzustellen, dass Rebecca nicht mehr da ist und er auch nichts zu befürchten hat. Unserer Ansicht nach schlägt der Darsteller hier etwas über die Strenge, übertreibt in seiner Mimik und Gestik und besonders seiner Sprache etwas, was Ben zur Karikatur seiner Selbst werden lässt, wir würden uns eine Reduktion wünschen, denn auch in der Vorlage stellten wir uns Ben eher zurückhaltend und leise sprechend vor und auch Alfred Hitchcock, der den Roman 1940 verfilmte, stellte Ben zurückgezogen und eingeschüchtert, leise mit weit aufgerissenen Augen in der Ecke des Bootshauses stehend dar.

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Bild: Heiner Schäffer

Das Musical Rebecca nutzt, wie dies hier immer der Fall ist, das gesamte Potenzial der riesigen Bühne und arbeitet hier mit die Stimmung unterstützenden Effekten, so gut es der Brandschutz hergibt. Neben einem kleinen wirklichen Feuerwerk, das für die Leuchtrakete des in Seenot geratenen Schiffes steht, arbeitet man am Ende, wenn Manderley in Flammen steht, mehr mit Nebelmaschinen und einer Flammenprojektion. Diese Herangehensweise ist eine andere als damals in Stuttgart, wo Bühnenbauer, Feuerwehr und Pyrotechniker Hand in Hand eine Treppe entwickelten, die während der Show innerhalb des Theaters sicher in Brand gesetzt werden konnte, steht dieser aber auch in nichts nach, denn die Projektion ist so riesig, sie erstreckt sich über die gesamte Manderley-Kulisse und erweckt sogar den Eindruck, dass darüber, vor den dahinter stehenden Bäumen, Rauch aufsteigt. Bis zuletzt sind wir in dieser Szene angespannt, denn neben dem imposant-düsteren Lied „Manderley in Flammen“ und der erwähnten Projektion findet Mrs. Danvers hier ihren Tod, was auf eine gänsehaut- und kloßimhalsverursachende Weise dargestellt wird, dass wir dem Leser diesen Eindruck mit Sicherheit schenken und ihn diesen selber erleben lassen wollen.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir große Fans von Rebecca geworden sind und es ist sicherlich nicht verwunderlich, dass wir eine klare Empfehlung für den Besuch der Tecklenburger Freilichtspiele aussprechen. Jeder, der vielleicht noch auf der Suche nach einer kleinen Wochenendtour für den Sommer oder frühen Herbst ist, sollte sich eine Reise nach Tecklenburg durch den Kopf gehen lassen, denn hier gibt es für vergleichsweise kleines Geld ganz viel zu sehen. Die diesjährige Saison geht noch bis September, Spieldaten und Kartenpreise findet man wie gewohnt auf der Seite der Freilichtspiele.

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