Der Brückenpfeiler zwischen Theater und Film: Trafique

„Krise“, so soll das Max Frisch gesagt haben, „ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Es ist schon fast ein unheimlicher Zufall, dass wir ausgerechnet heute über dieses Zitat gestolpert sind, kurz nachdem wir unser Interview mit Anna Marienfeld und Björn Gabriel abgehalten hatten. Die beiden sind Gründer des bereits seit 2012 bestehenden freien Künstler:innenkollektivs Trafique aus Köln und Dortmund und haben sich einer Ästhetik verschrieben, die wie kaum eine andere Gruppe, den Zauber des Theaters mit den immensen Potenzialen der Digitalisierung zu verbinden weiß. So kreieren sie in ihren Performances durch Licht-, Sound- und Videoinstallationen, diskursive Texte und darstellendes Spiel eine Vielzahl an Elementen, wodurch, wie sie selbst schreiben, Stile wie Psychorealismus, Agitprop, Lichtkunstinstallation und performative Interaktion aufeinandertreffen.  Der Brückenpfeiler zwischen Theater und Film: Trafique weiterlesen

Blank Canvas – Wie entsteht Tanz digital?

Die darstellende Kunst ist der bildenden Kunst oder der Malerei doch in ihren Grundzügen eigentlich gar nicht so fern. Denn hier, sei es im Schauspiel, in der Performance oder auch im Tanz, gibt es diese fast schon pathetisch-beflügelte Redensart, die Darsteller:innen sollten zu Beginn ihrer Arbeit sein wie ein leeres Blatt Papier, eine leere, weiße, blanke Leinwand. Im Laufe des Probenprozesses füllt sich diese Leinwand, alle dürfen ihre Ideen draufpinseln. Am Ende wird das durch diesen Prozess entstandene Kunstwerk, finalisiert für das Publikum, ausgestellt, beklatscht und regt im Idealfall noch zu neuen Gedanken, Diskussionen und Inspiration an. Der Entstehungsprozess allerdings bleibt für die Augen der Zuschauer:innen ungesehen.  Blank Canvas – Wie entsteht Tanz digital? weiterlesen

Es wird schrill! Kristin Steffen über die Online-Serie Edward II. vom Schauspiel Köln

Neulich, da verplemperte ich mal wieder ein wenig Zeit auf Instagram, scrollte durch den Feed, und stieß, vorbei an Fitness-Gurus, Food-Bloggern und Fernreise-Fotos, auf den automatischen Vorschlag eines Profils, das sich schlicht Eddy2.cologne nannte. Auf dem Profilfoto ein junger Herr mit rosa Haar und Tennisschläger in der Hand und in der Story Montagen mit Fotos aus Popkultur und Yellow Press mit eingesetzten Gesichtern, die mir irgendwie verdächtig bekannt vorkamen. So entpuppten sich die Gesichter hinter einer Montage der britischen Royal Family als Jörg Ratjen, Birgit Walter, Alexander Angeletta und Nicola Gründel, allesamt Schauspieler*innen des Schauspiel Köln. Als ich dann bei einem weiteren manipulierten Foto eine Spice Girls-Version von Kristin Steffen entdeckte, welche uns bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres ein Interview über ihre damalige Corona-Situation gab, fragte ich einmal bei ihr an, ob sie mir nicht genauer erklären könnte, worum es sich bei diesem Profil handelt.  Es wird schrill! Kristin Steffen über die Online-Serie Edward II. vom Schauspiel Köln weiterlesen

Aus Hate Speech wird Respect Speech – Robert Christott über die Kraft des Miteinander-Redens

Im Jahr 2017 nahm der Kölner Theatermacher Robert Christott an einer Veranstaltung der Initiative „Deutschland Spricht“ von ZEIT Online teil, einer „Plattform“, wie es auf der Website heißt, „für politische Zwiegespräche“ mit dem Versprechen: „Menschen zusammenbringen, die politisch völlig unterschiedlich denken und möglichst nahe beieinander wohnen.“ Dieser Ansatz beeindruckt Robert so sehr, dass er ihn sich gleich einpacken und für sein Theaterkonzept adaptieren wollte. Im Interview verriet er uns, was er sich hierdurch erhoffte, wie er das Konzept in Köln etablierte und wie es sich entwickelt(e).  Aus Hate Speech wird Respect Speech – Robert Christott über die Kraft des Miteinander-Redens weiterlesen