Zum Lachen in die Kirche gehen – Sister Act in Tecklenburg

„Halleluja“ mag man schreien, wenn man an Sister Act und die wilde Geschichte um Deloris Van Cartier – ja genau, wie der Schmuck – denkt. Begeisterten Fans ist das Musical sicher längst bekannt, noch viel bekannter ist wohl die Komödie von 1992, in der Whoopi Goldberg die Hauptdarstellerin gibt und das Publikum mit ins katholische Kloster nimmt, in dem sie sich als Zeugin eines Mordes verstecken soll. Bester Stoff für einen erfolgreichen Musical-Abend, oder? Zum Lachen in die Kirche gehen – Sister Act in Tecklenburg weiterlesen

„Ich kann warten“ – Die alte Dame besucht Tecklenburg 

Geld regiert die Welt. Alter Spruch, steht auf jedem dritten Abreißkalender in irgendeiner ähnlichen Deklination. Und passender könnte man auch kein Leitmotiv finden für Friedrich Dürrenmatts Besuch der alten Dame aus dem Jahr 1956. Das, was Literaturwissenschaftler:innen als tragische Komödie bezeichnen, nennen Musikbegeisterte, vor allem im Jahr 2022 in Tecklenburg: Musical. Und wir setzen noch einen drauf und diagnostizieren dem Stück nicht aufhören wollende Spannung, eine gestochen scharfe Analyse des menschlichen Handelns und einhundert Prozent getroffene Töne und unter die Haut gehende Musik. Wie kommen wir zu dieser Diagnose? „Ich kann warten“ – Die alte Dame besucht Tecklenburg  weiterlesen

Don’t Listen To The Devil! – The Black Rider am Rheinischen Landestheater Neuss

Man nehme den amerikanischen Kultregisseur Robert Wilson, garniere ihn mit ein wenig Kultmusiker Tom Waits und verfeinere es mit dem Kult-Beat-Schriftsteller William S. Burroughs und begeistere dieses Triumvirat für die alte deutsche Volkssage von „Der Freischütz“ und fertig ist ein Kult-Musiktheaterstück, das 1990 in Hamburg seinen Weg auf die Bühne fand und seit jeher Zuschauer*innen auf der ganzen Welt begeistert. Don’t Listen To The Devil! – The Black Rider am Rheinischen Landestheater Neuss weiterlesen

Böse Mädchen und Buben? Shockheaded Peter am Rheinischen Landestheater Neuss

Es ist für diese Stückbesprechung sicherlich von marginalem Belang, dass ihr Autor in seinem Pädagogikstudium einmal eine Hausarbeit über die so genannte „Schwarze Pädagogik“ geschrieben hat. Vielleicht aus der überraschten Erkenntnis heraus, dass diese Form der Erziehung, die Gewalt und Erniedrigung als ihre Werkzeuge ansieht, sogar noch bis in das 21. Jahrhundert Einzug erhalten hat. So beschreibt bereits der Klappentext zum Klassiker der Textsammlungen über diese Art der Erziehung, „Schwarze Pädagogik – Quellen zur Naturgeschichte der bürgerlichen Erziehung“ von Katharina Rutschky, dieses Phänomen mit einem Zitat aus dem Spiegel perfekt, denn der Autor stellt fest, diese Textsammlung dokumentiert „einen Kinderha[ss], der sich in der modernen Wissenschaft der Pädagogik fortsetzt“. Böse Mädchen und Buben? Shockheaded Peter am Rheinischen Landestheater Neuss weiterlesen