Der Brückenpfeiler zwischen Theater und Film: Trafique

„Krise“, so soll das Max Frisch gesagt haben, „ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Es ist schon fast ein unheimlicher Zufall, dass wir ausgerechnet heute über dieses Zitat gestolpert sind, kurz nachdem wir unser Interview mit Anna Marienfeld und Björn Gabriel abgehalten hatten. Die beiden sind Gründer des bereits seit 2012 bestehenden freien Künstler:innenkollektivs Trafique aus Köln und Dortmund und haben sich einer Ästhetik verschrieben, die wie kaum eine andere Gruppe, den Zauber des Theaters mit den immensen Potenzialen der Digitalisierung zu verbinden weiß. So kreieren sie in ihren Performances durch Licht-, Sound- und Videoinstallationen, diskursive Texte und darstellendes Spiel eine Vielzahl an Elementen, wodurch, wie sie selbst schreiben, Stile wie Psychorealismus, Agitprop, Lichtkunstinstallation und performative Interaktion aufeinandertreffen.  Der Brückenpfeiler zwischen Theater und Film: Trafique weiterlesen

Es wird schrill! Kristin Steffen über die Online-Serie Edward II. vom Schauspiel Köln

Neulich, da verplemperte ich mal wieder ein wenig Zeit auf Instagram, scrollte durch den Feed, und stieß, vorbei an Fitness-Gurus, Food-Bloggern und Fernreise-Fotos, auf den automatischen Vorschlag eines Profils, das sich schlicht Eddy2.cologne nannte. Auf dem Profilfoto ein junger Herr mit rosa Haar und Tennisschläger in der Hand und in der Story Montagen mit Fotos aus Popkultur und Yellow Press mit eingesetzten Gesichtern, die mir irgendwie verdächtig bekannt vorkamen. So entpuppten sich die Gesichter hinter einer Montage der britischen Royal Family als Jörg Ratjen, Birgit Walter, Alexander Angeletta und Nicola Gründel, allesamt Schauspieler*innen des Schauspiel Köln. Als ich dann bei einem weiteren manipulierten Foto eine Spice Girls-Version von Kristin Steffen entdeckte, welche uns bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres ein Interview über ihre damalige Corona-Situation gab, fragte ich einmal bei ihr an, ob sie mir nicht genauer erklären könnte, worum es sich bei diesem Profil handelt.  Es wird schrill! Kristin Steffen über die Online-Serie Edward II. vom Schauspiel Köln weiterlesen

Hand in Hand? – Volksfeind for Future am D’haus

Jetzt einmal Hand aufs Herz: Wenn ihr jetzt, genau jetzt in diesem Moment, in dem ihr diese Zeilen lest, also jetzt sofort, direkt und ohne zu zögern, euren Autoschlüssel und damit euer Eigentum am Auto abzugeben aufgefordert würdet, das alles im Namen einer gesünderen Umwelt und dadurch besseren Zukunft, wer von euch wäre dabei? Schauspielhaus. Hand in Hand? – Volksfeind for Future am D’haus weiterlesen

Nein. Doch. Oh! – Der Geizige am Rheinischen Landestheater

Bereits lange bevor die Elektronikmarktkette Mediamarkt ihre Produkte mit dem Slogan „Geiz ist geil“ in Fernsehen und Druckerzeugnis anpries, ließ der französische Schriftsteller und Schauspieler Molière , oder Jean-Baptiste Poquelin, wie er wirklich hieß, im Jahr 1668 eine Figur auf die Bühne des königlichen Hofs in Paris treten, die sich den Mediamarkt-Slogan vermutlich ohne zu zögern auf die Stirn tätowiert hätte. (Hätte dies nichts gekostet!).  Nein. Doch. Oh! – Der Geizige am Rheinischen Landestheater weiterlesen